PHOTO 2020 10 19 14 52 49
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Lieber Norbert,
verehrtes Präsidium und
liebe Mitglieder der KG „Ahl Häre“,
nach langer, durchaus kontroverser Diskussion zwischen uns dreien und reiflicher Überlegung und
Abwägung aller gut gemeinter Ratschläge haben wir, Lars Klimek, Daniel Müller und ich, Marcus
Kluck, uns in der zweiten September-Woche entschieden, nicht als Dreigestirn der Karnevalssession
2020/21 anzutreten. Gerne möchten wir mit diesen Zeilen kurz erklären, was uns zu diesem Schritt
bewogen hat.
Am 29. Januar 2017 ließ uns Norbert den „entscheidenden“ Bierdeckel unterschreiben:
Das heißt, seit drei Jahren bereiten wir uns nun auf „unsere Session“ vor und hatten schon fast alles
beisammen: Die Crew war so gut wie komplett (so haben wir uns riesig gefreut, dass wir Markus
Schüngel als Prinzenführer gewinnen konnten), die Ornate zum ersten Mal anprobiert, mehrere
Lieder getextet, ein (vorläufiges) Motto gefunden, ein Design für die Orden entworfen und unzählige,
teils verrückte Ideen für unsere gemeinsame Karnevalszeit entwickelt. Zwar hätten wir ein schweres
Erbe durch das sensationelle Damen-Dreigestirn anzutreten gehabt, wir waren aber sicher, mit
unseren Auftritten, würdig daran anzuschließen.
Dann kam Mitte März 2020 der Lockdown (noch vor der Vertragsunterzeichnung) und es war schon
bei einem ersten Treffen zu dieser Zeit klar, dass wir nicht mehr so würden feiern können, wie es sich
für ein „staatzes Dreigestirn“ gehört hätte. Wir haben es im Wesentlichen „uns Jungfrau“ Daniel
Müller, mit seiner Erfahrung im TV-Showbusiness, zu verdanken, dass wir noch bis weit ins Jahr
hinein geplant haben, den Pulheimer Karneval und damit das Brauchtum, mit zumindest virtuellen
Auftritten zu unterstützen. Doch mit zunehmender Zeit und immer neuen Hiobsbotschaften, auch
aus den anderen Städten und Gemeinden, schwanden die Hoffnungen auf eine „versöhnliche“
Session. Nach anfänglichem Optimismus ist in uns nun die Einsicht gereift, dass die Aufrechterhaltung
des Brauchtums mit Schunkeln, Singen und „Zusammestonn“ in dieser digitalen Form nur schwer
möglich ist.
Letztlich haben dann neben den allgemein bekannten „Corona-Umständen“ auch private Gründe
dazu geführt, dass wir am Ende doch die Reißleine ziehen mussten. Darüber hinaus ist unserer
Meinung nach, das Risiko einer Infektion von Karnevalisten bei einer organisierten
Karnevalsveranstaltung, so klein sie dann auch sein mag, immer noch zu groß. Das Letzte was wir
wollen ist, dass jemand körperlich zu Schaden kommt oder dass es zu einem regionalen Lockdown
kommt, der dann wiederum auch die lokale Wirtschaft schädigt.
Somit halten wir es für verantwortungsvoller, den organisierten Karneval in der kommenden Session,
soweit es unser Engagement betrifft, ganz abzusagen bzw. sogar allen „Jecken“ zu empfehlen, zu
Hause im kleinen Kreis bzw. mit der Familie etc. zu feiern.
Natürlich ist der Frust bei uns nach so einer langen Vorplanungszeit (mit riesiger Vorfreude) groß;
allerdings wird dieser überdeckt von den größeren persönlichen Sorgen, die uns allen auf der Seele
liegen. Eine bloße Verschiebung kommt allerdings für uns zunächst nicht in Frage. Zum einen wäre
das gegenüber den nachfolgenden Dreigestirnen unfair, zum anderen ist völlig unklar, wie der
Karneval in der folgenden Session aussehen wird. Daher wollen wir zunächst abwarten und sehen
wie sich die Lage im Karneval und im privaten sowie beruflichen Umfeld entwickelt. Natürlich bleiben
wir dem „Ahlen Här“ treu, u.a. durch unseren Beitritt zum „Großen Rat“.
Wir hoffen, die Entscheidung stößt auch bei denen auf Verständnis, die von den Feierlichkeiten
finanziell abhängig sind. Für uns steht aber die Gesundheit der Menschen an erster Stelle. Somit
bleibt uns nur, unseren bisherigen Unterstützern und vor allem unserer Équipe dafür zu danken, dass
alle bis zum Schluss „durchgezogen“ haben. Doch nun müssen wir es leider bei der Botschaft
belassen:
„Leev Pulheimer Jecke – blievt zu Huss un passt auf Euch op!!“
Euer
Marcus Kluck – Daniel Müller – Lars Klimek