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IG BAU: „Zu viele Jobs mit Verfallsdatum“ | Gesetz gefordert
Im Rhein-Erft-Kreis 45 Prozentaller Neueinstellungen befristet

Reinigungskraft
Reinigungskraft
Wenn der Job zur Zitterpartie wird: Infolge der Corona-Pandemie tragen Beschäftigte,

die im Rhein-Erft-Kreis einen befristeten Arbeitsvertrag haben, ein besonders hohes
Risiko, ihre Stelle zu verlieren. Davor warnt die IG BAU. Im vergangenen Jahr hatten
45 Prozent aller Neueinstellungen im Kreis ein Verfallsdatum. Damit liegt der Rhein-Erft-
Kreis über dem bundesweiten Befristungsanteil von durchschnittlich 39 Prozent. Von
rund 8.900 Arbeitsverträgen, die im zweiten Quartal neu abgeschlossen wurden, waren
etwa 4.000 befristet, so die Gewerkschaft unter Verweis auf eine aktuelle Auswertung
des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.
„Die Zahlen zeigen, dass auf dem heimischen Arbeitsmarkt etwas aus dem Ruder
gelaufen ist. In der Corona-Krise können Befristungen für die Betroffenen leicht zur Falle
werden, wenn Unternehmen solche Stellen nicht mehr verlängern“, sagt Mehmet
Perisan, Bezirksvorsitzender der IG BAU Köln-Bonn.
Nach Beobachtung des Gewerkschafters sind befristete Stellen in Branchen wie der
Gebäudereinigung und der Landwirtschaft stark verbreitet. Junge Beschäftigte seien
besonders häufig betroffen. „Wer als Berufseinsteiger eine Wohnung finden oder einen
Kredit aufnehmen will, der hat mit einem befristeten Vertrag schlechte Karten. Wegen
der Unsicherheit muss manchmal sogar der Wunsch nach eigenen Kindern vertagt
werden“, kritisiert Perisan.
Die IG BAU fordert die Bundesregierung dazu auf, ihr Versprechen aus dem
Koalitionsvertrag umzusetzen und Befristungen ohne einen sogenannten Sachgrund
einzudämmen. Als Sachgründe gelten etwa eine Schwangerschaftsvertretung oder eine
Probezeit.
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